Henri-Goldstein-Haus Quickborn

Gedenkstätte für die jüdischen Kriegsgefangenen im Quickborner Himmelmoor 1942-1945

Am Rande des Quickborner Himmelmoors, auf dem Gelände des Torfwerks, befindet sich ein kleines, unscheinbares Gebäude, in dem während des Zweiten Weltkrieges mehr als 50 jüdische Kriegsgefangene untergebracht waren. Sie mussten im Himmelmoor Torf stechen. Einer dieser Gefangenen war der Belgier Henri Goldstein.

Henri Goldstein (1920-2014) wandte sich 1994 und 2000 an die Stadt Quickborn, um eine Bestätigung als Kriegsgefangener zu erhalten. Seine Erinnerungen legten den Grundstein für die heutige Arbeit des Trägervereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Situation der jüdischen Gefangenen sichtbar zu machen und ihr Schicksal zu beleuchten. Wer waren diese Männer? Wo kamen sie her? Wie waren ihre Arbeits- und Lebensbedingungen? Hatten sie Kontakt zur Bevölkerung? Hat ihnen jemand geholfen?

Das Henri-Goldstein-Haus soll zugleich eine Denkstätte zur Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen wie Neonazismus, Fremdenfurcht und Fremdenhass sein. Mit dieser Zielsetzung wendet sich der Verein insbesondere an junge Menschen.

Das Gebäude, das als Henri-Goldstein-Haus hergerichtet werden soll, steht unter Denkmalschutz und wird noch bis zum Ende des Torfabbaus 2020 privat genutzt. Es ist derzeit nicht öffentlich zugänglich.